Suizid ist keine Krankheit!

Suizid ist eine Entscheidung!

Eigentlich ist mit diesen zwei Sätzen bereits alles gesagt. Allerdings wird mir meine Suizidalität immer wieder von den sogenannten „Fachleuten“ als Symptom meiner Borderline Persönlichkeitsstörung ausgelegt. Das ist so schön einfach, denn dann dürfen sie mich einsperren, fixieren oder mit Gewalt am Leben halten. Schließlich gelte ich als „psychisch krank“!

In Deutschland ist es nicht verboten sich selber zu töten, außer du giltst als „psychisch krank“. Sie versuchen es jedoch zu verhindern und verpassen einem im Zweifel entsprechende psychische Diagnosen um dieses nach dem Gesetz zu rechtfertigen. Ich gelte dann als „nicht Krankheitseinsichtig“ oder „die Betroffene kann die Notwendigkeit der Maßnahme nicht erkennen beziehungsweise nicht einsichtsgemäß handeln.“

Doch. Kann ich! Nur das verstehen sie nicht… denn für sie ist Suizidalität per se krankhaft.

Aber das ist es für mich nicht. Es ist keine Kurzschlusshandlung! Es ist vielmehr eine sehr lange, rational abgewägte Entscheidung. Die Entscheidung, dass ich den Tod, DIESEM Leben vorziehe.

Warum? Ich habe mein Leben lang Gewalt erfahren. Und da komme ich immer wieder an den Punkt, an dem es für mich unerträglich ist, den inneren Schmerz auszuhalten. An dem die seelischen Verletzungen und Enttäuschungen einfach zu groß sind, um weiter leben zu wollen. Momente, in denen ich mit dem Leben und anderen Menschen nicht mehr in Verbindung bin. In denen ich lieber mein Leben beenden möchte, als wieder aufzustehen und weiter zu kämpfen.

Denn genau das tue ich. Seit Jahren. Tag für Tag. Ich kämpfe und kämpfe und kämpfe. Ich falle hin und stehe wieder auf. Ich versuche mein Leben zu beenden und überlebe. Ich baue mir etwas neues auf, damit mir wieder alles genommen werden kann. In der Regel von Menschen!

Und wenn dir zu viel weggerissen wird, was bleibt dann noch, das dich hält?

Was gibt dir noch die Kraft um weiter zu machen?

Wofür lohnt es sich noch, im Leben zu bleiben?

Nach dem Missbrauch wollte keiner etwas davon hören. Alles wurde verdreht und ich als Lügnerin, als Täterin, als böswillige Tochter hingestellt, die alles tun würde um ihren Vater ins Gefängnis zu bringen. Mein Vater musste vor meinen Lügen geschützt werden und ich mit knapp 16 Jahren, die Familie verlassen, weil ich „eine Bedrohung für die Familie“ war.

Das Jugendamt hat es nicht sonderlich interessiert.

Die KriPo Kommissarin hat mir über vier Jahre vorgehalten ich würde sowieso nur lügen.

Bei Gericht gilt Täterschutz vor Opferschutz!

Wie oft saß ich in der Psychiatrie weggesperrt. Abgestempelt, weil ich verzweifelt bin. Wie oft habe ich gedacht, im Grundgesetz steht: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ – Doch wen interessiert das in der Praxis?

Wie oft haben sie mich unter fadenscheinigen Argumenten – oder weil sie ganz banal einfach keinen Bock auf mich hatten – fixiert?

Folter ist in Deutschland verboten. Nur in der Psychiatrie wird es geduldet. Denn als psychisch kranker Mensch bin ich kein Mensch mehr, oder?

Ich bin Patient! Ein Fall! Eine Nummer! Eine Akte!

In der Psychiatrie wurde ich meistens einfach verwahrt. Mit Medikamenten ruhig gestellt und bekam einmal in der Woche in der Visite für 2-5 Minuten einen Arzt zu Gesicht.

Das Problem an der ganzen Sache ist, dass keiner erkennen will, wie verrückt es ist, zu versuchen jemanden, der aufgrund seiner Gewalterfahrungen entschieden hat, dieses Leben nicht mehr leben zu wollen, mit noch mehr Zwang und Gewalt am Leben zu halten.

Wieso wollen sie nicht erkennen, wie absurd das ist?

Ein weiteres Trauma löst die alten nicht auf! Sie summieren sich und am Ende geben sie mir nur noch mehr Gründe, mich gegen dieses Leben zu entscheiden.

Während unser angeblicher Rechtsstaat das billigt und die Gesellschaft wegsieht!

Suizid ist kein Einzelschicksal! Es ist ein gesellschaftliches Problem…

Die klassische Suizidprävention, Menschen, die sich umbringen wollen mit Gewalt im Leben zu halten, funktioniert nicht!

Wirkliche Suizidprävention wäre es, eine Gesellschaft zu schaffen, in der die Menschen leben wollen. In der wir über Suizidgedanken reden dürfen, um nicht mehr so alleine damit zu sein, ohne Angst zu haben, entmündigt und weggesperrt zu werden. Eine Gesellschaft, in der wir nicht abgestempelt und ausgeschlossen werden. Eine Gesellschaft in der wir Unterstützung bekommen, statt Gewalt. In der es möglich ist uns ein lebenswertes Leben aufzubauen! In der wir Verständnis erfahren, statt Ablehnung.

Die Zeiten in denen ich nicht versucht hatte, mein Leben zu beenden waren die, in denen ich Menschen hatte, mit denen ich halbwegs reden konnte. Die mir das Gefühl gaben, gewollt und wertvoll zu sein. Die sich Zeit genommen und mit mir geredet haben. Ich habe nie versucht mich umzubringen, wenn ich das Gefühl hatte, einen Platz und eine Aufgabe auf dieser Welt zu haben… Wenn ich mich sicher gefühlt habe. Wenn mir jemand geglaubt hat. Wenn mir zugehört und ich ernst genommen wurde… – nur leider war dies in den wenigsten Lebensabschnitten der Fall…

Sprachverbote über Suizidalität töten!“

3 Kommentare zu „Suizid ist keine Krankheit!

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