Abenteuerreise

Ich schenke dir eine Reise. Eine Abenteuerreise für einen Tag. Ein Tag, den du nie vergessen sollst.

Ich schicke dich für einen Tag nach Bordanien.

Das liegt zwischen Illusien und Realien, also gar nicht weit weg.

Aufregend ist es da, ich bin immer wieder dort. Langweilig wird dir da bestimmt nicht.

Das Beste ist: Es kann jederzeit losgehen. Ohne Vorwarnung. Ohne Planung. Ohne Anmeldung. Einfach ab aufs Katapult und schon bist du dort.

Es gibt Achterbahnfahrten der Gefühle. 24/7. Pausenlos. Rauf und runter. So schnell kannst du gar nicht gucken, da hast du eben noch herzlich gelacht, schon bist du am weinen und weißt gar nicht so recht wie dir geschieht. Du lachst und weinst im Wechsel, weißt bald schon gar nicht mehr, warum. Nur, dass es weh tut und dann wieder nicht.

Du fängst an darüber nachzudenken, was los ist und schon befindest du dich im Gedankenkarussell.

Deine Gedanken nehmen die freien Plätze ein und es geht los. Immer schneller und schneller. Erst flüstern deine Gedanken, dann werden sie lauter und lauter, bis sie schließlich schreien. Du willst dir dir Ohren zuhalten, doch du musst dich am Sitz festhalten, damit du nicht fällst. In dir schreit alles: „Aufhören!“, doch es interessiert deine Gedanken nicht. Sie drehen sich weiter und weiter, bis du nur noch ein Rauschen hörst, du bekommst keinen einzigen Gedanken mehr klar. Du bekommst keinen zu fassen. In deinem Innern ist nur noch ein Haufen Chaos!

Doch das war noch längst nicht alles, du merkst, wie dein Sitz sich aus den Reihen löst und eine andere Richtung einschlägt.

Aussteigen verboten, dafür geht alles zu schnell. Denn nun bist du bereits im Gruselkabinett.

Du schwebst einfach hindurch, durch die verzerrten Fratzen. Schreist auf, bei einer Explosion. Dir gefrieren die Glieder bei den schrillen, panischen Schreien. Du klammerst dich fest an deinem Sitz, der dir keine Sicherheit gibt. Deine Knöchel sind Kreidebleich, genau wie dein Gesicht. Dein Herz rast, du hast Seitenstechen und kannst kaum atmen.

Und schon ist der Spuk wieder vorbei. Dein Sitz hält an, du kannst aussteigen. Auf wackeligen Beinen wankst du ein paar Schritte, dir ist Speiübel.

Du brauchst eine Minute um wieder zu Sinnen zu kommen und dich zu orientieren.

Wobei ORIENTIEREN ist hier das Stichwort, denn du stehst mitten in einem Labyrinth aus hohen Dornen, die dich verletzen, wenn du ihnen zu Nahe kommst.

Es ist das Labyrinth des Lebens, du musst den Weg hinaus finden. Pass auf, dass du dich nicht verirrst.

Alleine in deiner Verzweiflung irrst du schier endlos umher…

Erschöpft und kraftlos kommst du ans Ziel, dafür gratuliere ich dir. Du hast es geschafft.

JETZT bist du bereit für das richtige „Special!“

Die Spiegelwelt wartet schon auf dich. Hier gibt es nur eine Regel: Du darfst dich nicht selbst verlieren.

Doch das ist gar nicht so einfach, denn aus jedem Spiegel guckt ein anderes „ICH“ von dir zurück. Mal groß, mal klein, dann dick oder dünn. Einmal glasklar und scharf, dann verzerrt, wie eine Fratze oder nur der Hauch eines Schleiers einer Person.

Jedes Spiegelbild hat eine eigene Meinung, die sie dir zuflüstern oder rufen. Du kennst sie alle, du kannst alle verstehen, denn das alles bist du. Sie sind alle Teile von dir!

Du siehst ein kleines „Ich“ weinend in der Ecke sitzen und es zerreißt dir das Herz. Du willst es trösten, doch ein anderes Spiegelbild stellt sich dir in den Weg, schreit dich an und du bekommst Angst.

Die anderen schert es nicht, sie nehmen keine Rücksicht auf dich und zerren an dir in alle Richtungen. Aus den Spiegeln greifen Hände und du versuchst nur noch ihnen zu entkommen. Es zerreißt dich innerlich. Die Schreie, das Schluchzen, die Verzweiflung, das höhnische Lachen… Der Schmerz wird unerträglich, du rennst los, guckst weder nach links, noch nach rechts, du willst nur noch raus, willst, dass es aufhört!

Doch der Ausgang ist versperrt. All die Teile, all die ICHS saugen dich aus, saugen dich leer…

Gespalten von dir selbst.

Zerrissen durch dich.

Es gibt nur einen Ausweg aus der Spiegelwelt. Du musst dich spalten. Du musst deine Gefühle, deine Emotionen, dein Ich gänzlich abspalten. Nur als leere Hülle kannst du dem entkommen. Du musst alles andere bei ihnen zurück lassen in den Spiegeln, bevor du ganz daran zerbrichst.

Pass auf, dass du dich hier nicht vollkommen verlierst, denn dann gibt es kein zurück!

Nur als emotionslose Hülle kannst du durch die Spiegel treten und ihnen entkommen…

Anschließend erwartet dich dann die Oase der Ruhe. Völlige Leere in dir und um dich herum. Du bist ganz dir überlassen. Es gibt nichts zum ablenken. Du kannst versuchen dich wieder zusammen zu puzzeln. Doch das wird nicht leicht, denn Emotionen haben hier keinen Zutritt. Das heißt du bist allein. Alleine mit dir, ohne Gefühle. Einfach Leer und taub deinen Gedanken überlassen, falls du überhaupt schon wieder welche fassen kannst.

Hier kannst du dich etwas erholen, bevor du dann am nächsten Tag einfach wieder deinem Alltag nachgehen musst und funktionierst… Und niemand etwas davon merken darf, denn das bleibt unser Geheimnis. Sie würden es ohnehin nicht verstehen…

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