KEINE ***Triggerwarnungen***

Ich werde in meinem Blog prinzipiell KEINE!!! ***Triggerwarnungen*** verwenden! Ich halte nichts davon und diese ewigen *Triggerwarnungen* in etlichen Gruppen und Foren nerven mich. Sie machen mich aggressiv und triggern mich…

Zum einen weiß ich nicht, ob ich einfach anders ticke als etliche andere Leute, aber mich triggern ganz andere Sachen, als die üblichen Themen, die mit *Triggerwarnungen* gekennzeichnet sind, wie z.B.: Missbrauch, Suizid, SVV, etc.

Außerdem möchte ich mir nicht von irgendwelchen *Triggerwarnungen* vorschreiben lassen, was mich zu triggern hat und was nicht. Meine Überzeugung ist ohnehin, dass diese ganze Triggermentalität von Fachleuten geschürt und gefördert wird. Aus einer Angst heraus, die ich für ziemlich gefährlich halte, weil sie uns ein Redeverbot über diverse Themen auferlegt, wie es auf den meisten Therapiestationen Gang und Gebe ist.

Allerdings war ich auf noch keiner Station, wo diese Verbote außerhalb der Hörweite des Personals auch eingehalten wurde und ich war schon auf einigen Stationen!

Wer an dieser Stelle Bedenken hat und mit dem „Werther-Effekt“ argumentieren will, den bitte ich, diesen einfach mal zu recherchieren, was dieser überhaupt besagt. Ich habe nicht vor reißerisch und detailliert über einen prominenten Suizid zu berichten. Außerdem solltest du dich dann auch direkt einmal über den „Papageno-Effekt“ informieren! Dieser besagt nämlich, dass sensible, authentische Berichterstattungen über Suizidalität auch die Suizidrate senken können…

Ich erlebe immer wieder, wie entlastend es ist, über diese Themen offen zu sprechen und habe noch nie gehört, dass jemand sich umbringen wollte, weil er darüber gesprochen hat. Im Gegenteil! Mir selber hat es oft sehr geholfen mit anderen Betroffenen darüber reden zu können und eben diese Rückmeldungen kenne ich auch von anderen: „Was mir in der Klinik am meisten geholfen hat, waren die Gespräche mit den Mitpatienten!“

Ich denke diese *Triggerwarnungen* fördern zusätzlich die Triggergefahr und die Stigmatisierung. Sie führen dazu, dass wir über viele Themen schweigen, uns dafür schämen und uns verstecken. Und genau das möchte ich nicht!

Ich möchte offen über meine Erfahrungen und Gedanken reden und schreiben können. Ich möchte niemandem suggerieren, dass ihn ein Beitrag zu triggern hat, indem ich eine *Triggerwarnung* davor setze und ich möchte nicht aufpassen müssen, was ich sage und über wesentliche Abschnitte meines Lebens schweigen, denn das habe ich bereits viel zu lange getan.

Sollte dies jemanden stören, dann verlass bitte einfach meine Seite und lies meine Beiträge erst gar nicht!

(Eigentlich solltest Du Dich dann auch gar nicht mehr im Netz oder überhaupt der Gesellschaft aufhalten. Du solltest keine Bücher mehr lesen, keine Filme gucken und Nachrichten sind auch absolut Tabu! Seien wir mal ehrlich, überall sind wir umgeben von Berichten über Gewalt, blutigen Filmszenen etc. und es stört kaum jemanden. Aber wehe, wir Betroffenen reden über unsere Erfahrungen und das auch noch untereinander! Geht gar nicht! Absolute Triggergefahr!!!)

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